Jan Klopfleisch [*1972 · DE]. o.T., 2018.

Gouache on Cotton Paper. 3 + 1 E.A

Die Serie von Gouachen habe ich mit einer japanischen Ise–Katagami (Papierschablone zum Färben von Stoffen) schabloniert. Die Ise–Katagami hatten ihre Blüte in der Edo–Zeit (17. – 19. Jhd.). Bei den Samurai waren besonders aufwändige kleinteilige geometrische Muster beliebt. Mich haben diese abstrakten Muster, die lange vor der westlichen Moderne entstanden, sehr fasziniert und ich habe ein paar Katagami auf dem Flohmarkt in Kyoto gefunden. Durch Überlagerung der Schablone entsteht aus einem Raster eine komplexe dynamische Zeichenfolge. Wichtig dabei ist die handwerkliche Machart, die Schablone ist handgeschnitten und mit dem Pinsel schabloniert, dies bedingt Fehler und Abweichungen. Die Gouachen erinnern an gewebte Textilien. Weberei und Flechtmuster sind uralte Handwerkstechniken, die aufgrund ihrer Herstellung in einem rechtwinkligen Raster seit Jahrhunderten mit geometrischen Mustern arbeiten in den verschiedensten Kulturen. Ich denke, die Moderne in Europa und die abstrakte Kunst haben zahlreiche Inspirationsquellen in außereuropäischen Kulturen. Mit der Entstehung der ethnologischen Sammlungen und Museen, den Weltausstellungen und Publikationen am Anfang des 20. Jhd. wurden Arbeiten anderer Kulturen sichtbar. Die Offenheit des Bauhauses und die Rückbesinnung auf das Handwerk als Quelle der Gestaltung schafften den Boden für diese Einflüsse. Dabei dürften einige Bereiche der hochentwickelten Handwerkskunst Japans für das Bauhaus interessant gewesen sein, da sie ästhetische Ideale des Bauhauses, wie Einfachheit und Funktionalität, den bewussten Einsatz von Material – diese Art von Schönheit, paradigmatisch umgesetzt hatten.

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